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27.04.2011

Sachverständige wollen den Verbrauchsausweis abschaffen

Laut Bundesverband der Sachverständigen hat sich der verbrauchsabhängige Energieausweis in der Praxis nicht bewährt. Er lädt zum Missbrauch ein und schaffe keine Vergleichbarkeit von Energieverbrauchsdaten. Würden Berechnungsverfahren vereinheitlicht, könne der bedarfsorientierte Energieausweis für Transparenz sorgen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 2009 in Kraft ist und dazu dient, im deutschen Gebäudebestand deutlich Energie einzusparen, erweist sich in Teilen als praxisuntauglich. Insbesondere der verbrauchsabhängige Energieausweis lädt zum Missbrauch ein und trägt nicht zur Erreichung von Energieeinsparungen bei. Darauf wies der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V. (BVS) im Rahmen des Deutschen Sachverständigentages (DST) in Berlin hin. Roland R. Vogel, BVS-Präsident, erläutert: "Der Energieausweis soll die Energiebilanz von Immobilien miteinander vergleichbar machen. Nur dann macht er Sinn. Aktuell ist es allerdings so, dass Nutzer des verbrauchsabhängigen Energieausweises individuelle Verbrauchswerte in den Ausweis, meist online, eintragen. Diese Angaben werden keiner Prüfung unterzogen. Damit ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet."

Eine Alternative stelle der bedarfsorientierte Energieausweis für Wohngebäude dar. Auch wenn dieser Ausweis aufgrund verschiedener Berechnungsverfahren ebenfalls noch keine hundertprozentige Vergleichbarkeit gewährleistet, sei er doch seriöser als der verbrauchsabhängige Energieausweis. Würden die Berechnungsverfahren und Normen zur Ermittlung des Energiebedarfs vereinheitlicht, könne der bedarfsorientierte Energieausweis die angestrebte Vergleichbarkeit gewährleisten. Dieser modifizierte Energieausweis sollte laut BVS das zentrale Element der Energieberatung werden. Ein guter Zeitpunkt zur Novellierung des bedarfsorientierten Energieausweises und Abschaffung des verbrauchsorientierten Energieausweises sei die aktuell geplante EnEV 2012.

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